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28.01.2016 19:00 Alter: 3 yrs

Bäcker berichten: Biologisch und regional

Bäcker nicht unter sich: Beim Auftakt der Reihe "Gespräche am Kamin" tauschten sich Heiner Beck und Hubert Berger im Lagerhaus an der Lauter aus. VON EBERHARD LAEPPLE


Zwei Bäckermeister aus der Region und Moderatoren diskutieren im Lagerhaus an der Lauter: (v.l.) Michael Gissibl, Heiner Beck, Hubert Berger und Alexander Wild. FOTO: Eberhard Laepple

Zwei Bäckermeister aus der Region und Moderatoren diskutieren im Lagerhaus an der Lauter: (v.l.) Michael Gissibl, Heiner Beck, Hubert Berger und Alexander Wild. FOTO: Eberhard Laepple

DAPFEN. Was sind das für Menschen? Was treibt sie an? Welche Idee haben sie für ihr Leben und für ihre Arbeit? Den Auftakt zur Gesprächsreihe am Kamin, veranstaltet von der Schlichtungsstelle Ermstal und dem Lagerhaus an der Lauter, machten am Samstag Abend die beiden Bäckermeister Heiner Beck aus Römerstein und Hubert Berger aus Reutlingen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von dem Gitarristen Werner Gericke aus Reutlingen.

Vieles haben die beiden Bäckermeister aus Reutlingen und Römerstein gemeinsam. Nicht nur die Initialen, das Alter, und nicht nur, dass beide von ihren Vätern die Bäckerei übernommen haben: Es ist vor allem die Idee, die beide antreibt. Bei Hubert Berger ist es der biologische Anbau. Alle Lebensmittel, die Berger in Reutlingen produziert, bestehen von A bis Z aus biologischen Zutaten. "Bio ist für mich die Grundlage", sagt er. Schon früh hatte sein Vater begonnen, Vollkornbackwaren aus biologischem Getreide zu fertigen. Dieses stammt bis heute, sofern möglich, aus der Region.

Für Heiner Beck ist dagegen die Regionalität das Wichtigste. Vor Jahren hat er sich dem Dinkelanbau verschrieben, ein Netzwerk aus Anbauern, Mühle und handwerklicher Produktion aufgebaut. "Seine" Bauern bekommen pro Kilogramm Dinkel mehr, als der Markt sonst bietet. Dafür erwartet Beck auch, dass auf biologischen Landbau umgestellt wird. Beiden gemeinsam ist auch, dass die handwerkliche Verarbeitung Priorität hat. Natürlich verzichten sie nicht auf die Hilfe von Maschinen. Aber: "Wo es geht, arbeiten wir noch mit den Händen", sagt Beck. Allerdings ist das für ihn schwieriger als für seinen Reutlinger Kollegen. Beck hat mittlerweile 16 Fillialen, seine Produktion ist entsprechend groß. Berger dagegen hat sich für "small is beautiful" entschieden. "Wir hatten die Möglichkeit, aus den beengten Verhältnissen in der Stadtmitte auszuziehen und ins Industriegebiet zu gehen", erzählt er. Er hat sich für den bisherigen Standort und gegen die Erweiterung entschieden. "Wir haben erkannt, dass unsere Kunden es lieben, den Bäckern bei der Arbeit zusehen zu können." "Und wir denken, dass wir so, wie wir sind, am besten unsere Qualität aufrecht erhalten können." Vor kurzem hat er dennoch einen Schritt gewagt und zusammen mit seiner Tochter ein kleines Café direkt neben der Bäckerei ausgebaut und gestaltet.

Stichwort Kinder: Berger hat eine Tochter, die allerdings beruflich einen ganz anderen Weg geht. Über die Nachfolge macht er sich natürlich Gedanken, hat sich, wie er sagt, "auch schon einiges überlegt". Anders sieht es da bei Heiner Beck aus. Er hat drei Töchter, von denen eine das Bäckerhandwerk erlernt, eine weitere engagiert sich heute schon kreativ im Betrieb.

Bleibt die Frage nach der Qualität. Mit einem Selbstversuch sollten die beiden Bäckermeister jeweils drei Brezeln und drei Vollkornbrote beschreiben und den Hersteller erkennen. Was die beiden Moderatoren Michael Gissibl und Alexander Wild selbst nicht glaubten: Die Beiden erkannten im Blindversuch jeweils auf Anhieb ihre eigenen Produkte und die der Konkurrenten. Fazit: Trotz frühem Aufstehen - Arbeitsbeginn ist jeden Morgen zwischen drei und vier - lieben beide Bäcker nach wie vor ihren Beruf. "Ich kann mir nichts schöneres vorstellen", meinen sie übereinstimmend. Info: Der nächste Termin für ein "Gespräch am Kamin" ist der 11. März. Erwartet werden zwei Bürgermeister aus der Region. EB 28. Januar 2016


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