In einer sich verändernden Welt kann nur bewahren, wer zu verändern bereit ist.
In einer sich verändernden Welt kann nur bewahren, wer zu verändern bereit ist.

 

 

Der Scherbenhaufen

Ich (31) stand vor dem Scherbenhaufen meines Lebens und war ratlos. Mein Mann (42) hatte mich verlassen nach 13 Jahren und mit drei gemeinsamen Kindern, wovon eines noch ein Baby ist. Er hatte schon seit einigen Jahren, mit Depressionen zu kämpfen und die Trennung erschien ihm nun als richtiger Weg, um wieder gesund zu werden. Mir war nur wichtig, das Unumgängliche würdevoll zu gestalten, um eine Chance für die eigene Zukunft zu haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kunden berichten

Alles aus und vorbei?
Am runden Tisch versuchten wir den Schlichtern unsere Situation darzustellen. Ich war einfach nur hoffnungslos traurig und musste viel weinen. Mein Mann sagte, dass er mich nicht mehr liebt und eigentlich nie geliebt hat. Die Schlichter versuchten hier Licht ins Dunkel zu bringen, mir meinen Schmerz zu erleichtern und mir Dinge an die Hand zu geben, damit ich besser verstehen konnte. Wir haben unsere Hochzeit noch einmal betrachtet und festgestellt, dass ich doch mal aus freiem Willen geliebt wurde, dass mein Mann aus freien Stücken „JA“ zu mir gesagt hatte. Es wurde aber auch klar, dass wir nicht am Ende waren. Eine schöne Erkenntnis für mich, denn dadurch war immer noch alles offen. Doch nach 3 Wochen gemeinsamen Urlaub wurde mir klar, dass ich nie die Rolle in seinem Leben spielen würde, die ich verdient habe.

Trennung in Würde
Beim nächsten Schlichtungstermin im September wollten wir über die Finanzen reden. Dazu kam es  aber nicht. Es stellte sich heraus, dass mein Mann mit der Ist-Situation (er war ausgezogen und kam regelmäßig wegen der Kinder vorbei) ganz einverstanden war und es für ihn auch lebbar ist, doch für mich überhaupt nicht! Ich hatte diese ungelöste, unfassbare Traurigkeit. Wir sprachen von unserer Ehe, unserem Ehewesen. Für mich fühlte es sich wie gefangen an, denn es kann/darf nicht mehr gelebt werden, aber es ist ja noch da. Wir beschlossen gemeinsam dieses Ehewesen frei zu lassen.  Wir gaben uns ein Ritual. Das ist wie Heiraten nur andersherum. Man sagt eben „ja“ zur Trennung und gibt sich als Mann und Frau frei. Wir wollten zusätzlich noch in Freundschaft verbunden bleiben. Bei einer brennenden Kerze wurde der Text verlesen. Wir wurden gefragt,
ob wir die Trennung wollten und antworteten mit „ja“. Ich wollte nicht wirklich, und doch habe ich kurz danach eine Erleichterung gespürt. Das war die lang ersehnte Klarheit und mit ihr war die Hoffnung weg.  Jetzt war es bittere Realität. Wir bliesen noch die Kerze aus. Es war deutlich zu spüren, hier ist einfach etwas ganz endgültig zu Ende gegangen.

Alleinsein
Ich bin allein. Diese Erkenntnis löste eine erhebliche seelische Krise bei mir aus. Das braucht Zeit und Ruhe, sich wieder neu zu finden. Ich fasste den Entschluss, einen Brief an meinen Mann zu schreiben, in den ich alles gab, was ich dachte und fühlte, was ich glaubte, dass er denkt und warum es so gekommen ist, wie es ist, was ich mir für die Kinder wünsche usw.

Es geht weiter
Im Oktober hatten wir unseren nächsten Schlichtungstermin. Ich war ausgerüstet mit dem Brief, unserem Hochzeitsbuch, dem Hochzeitsalbum und dem Ehering.
Es nieselte leicht und roch nach Herbst. Wir begrüßten uns, plauderten ein bisschen und setzten uns dann gemeinsam an den runden Tisch. Es ist so schön, dass man sich immer ein klein wenig besser kennt und vertrauter miteinander umgehen kann. Wir wurden gefragt, wie es uns nach unserem Trennungsritual nun ergangen sei, und ich erzählte meine Erlebnisse. Ich äußerte mein Bedürfnis, meinen Brief meinem Mann noch vorlesen zu dürfen,
bevor wir uns unserem eigentlichem Thema, dem Geld, widmen können. Ich las ihn vor, mal mit Weinen mal ohne. Ich konnte vorlesen und meinen Mann anschauen, das konnte ich im Trennungsritual vor lauter Trauer noch nicht. Als ich fertig war, gab ich ihm den Brief, die Bücher und den Ring und es war eine tiefe Stille im Raum.
Mein Mann wurde von den Schlichtern gefragt, ob er sich im Geschilderten wiederfände und wie es ihm gehe. Er sagte, dass er das erste Mal etwas spüre und dass er sich durchaus wiederfände. Ich war wie befreit, das war der richtige Weg für mich. Es ist wie es ist und es ist gut so. Für mich fühlt sich momentan alles stimmig an auf emotionaler Ebene. Jetzt gilt es aber auch, die materielle Ebene zu klären. Da machten wir uns gemeinsam mit den Schlichtern dran. Wir haben alles aufgeteilt und geklärt.

Betrachtung sieben Monate danach
Ich bin sehr froh und dankbar darüber, dass es die Schlichtungsstelle gibt! Mir haben die Menschen dort über eine sehr schwere Zeit hinweg geholfen. Ich habe mich verstanden und aufgehoben gefühlt! Dieses Gefühl hält bis heute an. Ich würde mich immer wieder an Sie wenden.
Bei Ihnen wird man nicht nur auf der materiellen Seite beraten, sondern auch das seelischgeistige hat einen Raum. Ich hatte so die Chance, nicht nur für mich Klarheit in die Trennung zu bekommen, sondern ich habe auch – ein Stück weit – meinen Mann besser verstehen gelernt. Da wir um unsere Fehler und Mängel wissen, aber einen achtsamen Umgang mit-
einander pflegen können, können wir bewusst und klar für unsere Kinder da sein, verheiratet – obwohl wir kein Paar mehr sind. Diese Klarheit konnten wir bei Ihnen erringen!

Vielen Dank dafür und herzlichen Glückwunsch der Schlichtungsstelle.

Johanna R.

 

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